Sechs Wochen nach dem Beginn der Drachenboot-Saison mit einem 8,5 km Langstreckenrennen in Beyenburg stand am vergangenen Samstag den 09.05. die zweite Regatta für die Hellas Drachen in diesem Jahr an. Dabei ging es nach Mainz zum Drachenboot Festival, veranstaltet von den Kanufreunden 1929 e.V. Mainz-Mombach, wo 18 Teams sowohl auf einer 250 m Sprint-Distanz als auch über eine Strecke von 2 km für die Fun Teams oder 4 km für die Sport Teams ihr Können zeigen durften. Dabei wurden die antretenden Mannschaften zunächst in drei Vorläufen über 250 m durch Addition aller drei erfahrenen Zeiten in Leistungsklassen eingeordnet. Basierend darauf würde ein Finale der drei schnellsten Boote über 250 m stattfinden, bevor es anschließend auf die Langstrecke geht.
Im Team der Hellas Drachen durften fünf Paddler ihr Debut im Boot der Hellas Drachen auf einer Sprintstrecke feiern. U.a. deswegen war vor der Veranstaltung unklar, wo genau das Boot der Hellas Drachen in dem breit gestaffelten Feld leistungstechnisch anzuordnen sein würde. An starker Konkurrenz mangelte es jedenfalls nicht, waren doch auch die befreundeten Teams vom SG Wiking 1903 e.V. Offenbach (Die Wikinger) und vom Marburger Ruderverein von 1911 e.V. (1911er Lahndrachen) auf der Regatta zugegen. Ihnen sollten wir im Laufe der Veranstaltung noch mehrfach auf der Rennstrecke begegnen. Außerdem hatten wir in Kooperation ja bereits den Monkey Jumble und Beyenburg bestritten.

Der Beginn und die Kurzstrecken-Rennen
Bei strahlendem Sonnenschein wurde es gegen 9:20 Uhr ernst für die Hellas Drachen. Das erste Rennen stand an gegen die Boote der MainLoong und der Drachenjäger. Startkommando, explosiver Start, durchgängig hohe Schlagzahl bis ins Ziel: 1:04,42 Minuten. Was ein Beginn! Die anderen Boote um über sechs Sekunden geschlagen und die bisher schnellste Zeit am Renntag – das sollte sie auch bleiben.
Nach kleineren Optimierungen (es wurde für ein 20 kg Sandsack zusätzlich ins Boot geladen, um eine kleine Schieflage auszugleichen), ging es im zweiten Lauf weiter. Diesmal das direkte Duell gegen die 1911er Lahndrachen und die Rheingauner (Wiesbaden-Schierstein), was einer echten Standortbestimmung zugleich kam. Mit diesen starken Teams stand man bspw. beim Gießener Drachenboot Cup im vergangenen Jahr über beide ausgetragenen Distanzen im Finale.
Unmittelbar nach der Startsequenz waren alle Boote noch gleichauf, doch durch eine deutlich höhere Schlagzahl als bei der Konkurrenz zog das Team der Hellas Drachen in ihren blau-weißen Trikots auf den folgenden Metern unaufhaltsam davon. Auch ein Schlussspurt der 1911er Lahndrachen konnte am Ergebnis nichts mehr ändern: Ein Sieg der Hellas Drachen auch im zweiten Lauf. Wer sollte uns jetzt noch schlagen, fragten wir uns ungläubig, ob der eigenen nicht so erwarteten starken Leistung.
Im abschließenden dritten Vorlauf gegen die FKV Dragonauten und die WSA Fun Dragons ging es vor allem darum, wieder eine solide Zeit zu erreichen, um uns für den Finallauf zu qualifizieren. Das gelang mit 1:05,77 Minuten. Der Platz im Finallauf war somit mit einem Vorsprung von in Summe über 3 Sekunden auf den Zweitplatzierten erreicht.
Nach der Mittagspause starteten die Fun Teams mit einem besonderen Rennen – 250m Sprint mit Ballon Stechen. Hierbei musste die Person an der Spitze des Bootes statt die Trommel zu schlagen, Ballons entlang der Rennstrecke erwischen, die extra Sekunden brachten.
Im anschließenden Finallauf der Sport Teams kam es schließlich zum Wiedersehen mit unseren Freunden aus Marburg und Offenbach, welche sich ebenfalls qualifiziert hatten. Entgegen den Vorläufen schaffte das Boot der Hellas Drachen es diesmal nicht, sich über die Renndistanz entscheidend von den anderen Booten abzusetzen. Die Entscheidung fiel somit auf den letzten Metern und diese war so knapp, dass es für alle Beteiligten unmöglich war zu beurteilen, welches Boot letztendlich den Drachenkopf vorne hatte. Die Auflösung wurde erst zum Schluss auf der Siegerehrung am Ende der Veranstaltung verkündet. Das Boot der Hellas Drachen hatte die Ziellinie tatsächlich um eine Drachenkopfspitze früher passiert und den verdienten Sieg gesichert.
Die Langstrecke
Die folgenden Langstrecken-Rennen, welche das Highlight der Veranstaltung darstellten, sollten im „Verfolger-Modus“ absolviert werden. Das bedeutet, dass die Boote im Abstand von 10 Sekunden starten würden. Diese Verzögerungszeit würde aus der abschließenden Wertung jedoch natürlich wieder herausgerechnet werden. Zunächst starteten die 2.000 m Rennen mit jeweils sechs Mannschaften für die sogenannten Fun Teams, die aber ebenfalls recht sportlich unterwegs waren. Danach die fünf Mannschaften um die Hellas Drachen, die die 4.000 m Sport Strecke bestreiten würden.
Als erstes starteten die Rheingauner auf die Strecke, gefolgt von den Dragonauten. Anschließend gingen die 1911er Lahndrachen, die Wikinger und schließlich die Hellas Drachen auf die Strecke. Diese Verzögerung sollte sich als Extra-Motivation herausstellen, um in der Rolle des Jägers sich an die anderen Boote heran zu kämpfen.
Das unmittelbar vor uns gestartete Boot der Wikinger hatten wir bereits nach wenigen hundert Metern eingeholt, waren kurze Zeit später gleichauf und schafften es sogar, es noch vor der ersten Wende zu überholen und den Rückstand auf die zu dem Zeitpunkt nebeneinander fahrenden Boote der 1911er Lahndrachen und Dragonauten zu verringern. Nun zahlte es sich aus, dass wir im Training einen großen Fokus auf Wenden gelegt hatten. Mit engem Kurvenradius konnten wir uns an den Dragonauten vorbeischieben und bereits nach den ersten 1.000 m den unmittelbaren Anschluss an das 20 Sekunden vor uns gestartete Boot der Lahndrachen herstellen konnten. Auf dem folgenden Kilometer fuhren die Boote der Hellas Drachen und Lahndrachen nahezu gleichauf, die Lahndrachen schafften es in der 2. Wende auf die Innenbahn, sodass sich unser Boot dahinter einordnen musste. Durch eine wiederum eng initiierte Wende von unserem exzellenten Steuermann fanden wir uns auf der Strecke zur 3. Wende auf der Innenbahn leicht vor den 1911er Lahndrachen wieder. Dort glückte nach knapp 2 km langen Kampf durch das starke Herausbeschleunigen unseres Bootes nach der dritten Wende auf km 3 der Strecke endlich das Überholen.
Auch wenn der Sieg zu dem Zeitpunkt bereits feststand, hatten wir noch ein Ziel vor Augen: Das Boot der als erstes gestarteten Rheingauner, welches noch einige Meter vor uns lag, wollten wir auf den letzten 1.000 m unbedingt noch einholen. Dafür wurden alle verbliebenen Kräfte mobilisiert. Tatsächlich konnten wir die Geschwindigkeit nochmal steigern und der Abstand Stück für Stück verringern, bis wir etwa 150 m vorm Ziel gleichauf lag. Das ließen wir uns nicht mehr nehmen und mit einem Endspurt konnte noch eine halbe Bootslänge Abstand herausgefahren werden. Ein überlegener Sieg mit über 40 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierten 1911er Lahndrachen. Welche wiederum etwa 0,8 Sekunden Vorsprung auf die Rheingauner hatten.
Nach diesem unerwartet klaren Sieg kannte die Freude im Boot keine Grenzen. Als anschließend auf der Siegerehrung auch noch der Triumph über die 250 m Distanz verkündet wurde, konnte die Party beginnen.

Danksagung und Zukunft
Wir bedanken uns bei den Kanufreunde 1929 e.V. Mainz-Mombach für die tolle Organisation der Veranstaltung. Bitte hier klicken, um weitere Fotos und Informationen zu sehen.
Ebenfalls Danke an unseren Sponsoren und unseren Verein WSV Hellas 1920 Gießen e.V. für die großartige Unterstützung. Ein besonderer Dank gebührt unserem Trainer Oliver Lassika, der uns gemeinsam mit dem Steuermann und Co-Trainer Eric Abel so hervorragend auf den Wettkampf vorbereitet hat, sowie dem Organisation-Team um Teamkapitän Christopher Mauritz für das Sicherstellen aller notwendigen Abläufe. Unseren nächsten Wettkampf bestreiten wir am 13.06. beim Drachenboot-Cup in Marburg, ausgerichtet von unseren Freunden den 1911er Lahndrachen. Dort wo wir unseren Titel aus dem Vorjahr über eine 200 m Distanz verteidigen wollen. Wir freuen uns über begeisterte Zuschauer! Wer beim Lesen Lust darauf bekommen hat, selbst in einem Drachenboot zu sitzen, darf gerne dienstags und/oder donnerstags zu einem Probetraining vorbeischauen. Wismarer Weg 125, Boarding des Bootes um 18:00




